Action Origami „Stackers“: weil fliegen so schön ist …

Action Origami bezeichnet Origami Modelle, die selbsttätig etwas tun: z.B. Geräusche erzeugen, hüpfen, springen, explodieren oder eben fliegen.
Das tun natürlich viele Papierflieger, aber nicht gleich in Masse und noch dazu in verschiedene Richtungen. Genau das machen aber die „Stackers“ – ins Deutsche vielleicht als „Stapelflieger“ zu übersetzen.

Erfunden wurden die Stackers von Michael LaFosse, wir haben sie nachgebaut und getestet: Prädikat „nachmachenswert!“. Zum einen ist das Falten recht einfach und so kann man schnell eine ganze Menge von „Stackers“ herstellen. Die braucht man auch, damit es richtig Spaß macht. Minimum sind 4 Stück, damit man sehen kann wie sie nach dem Hochwerfen in die Luft in alle Richtungen auseinandertriften.

Aber je mehr Stackers desto eindrucksvoller und je höher desto schöner das auseinanderstieben und durcheinanderfliegen. Also mal die Hochhausfenster, Balkone oder ähnliches in Blick nehmen, was als hochgelegener „Abwerfpunkt“ dienen kann.

Die Faltanleitung gibts hier als PDF-Download: stackers

Als Material nimmt man am besten dünnes Origami-Papier mit zwei unterschiedlichen Farben von Vorder- und Rückseite.


Wurftechnik:

Die Stackers alle übereinanderlegen, mit der dicken Seite nach vorne zu den Fingerspitzen zeigend. Hochwerfen. Freuen …

 

Hier verbirgt sich ein Video: auf das Bild klicken, dann kann man den Film bei YouTube anschauen:
YouTube Preview Image Na dann los!Nur selbst fliegen ist schöner!

 

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Malvorlagen „mal anders“ oder:

„Kreativität aushalten“ – „mit Kreativität haushalten

Muss man das? Ist Kreativität nicht das Übersprießende, allseitsgewünschte Etwas was Pepp in den Alltag bringt, das Sahnehäubchen in Jobbusiness und Freizeitwelt?

Ja natürlich – das ist die eine Seite. Aber es gibt auch eine andere Seite der Kreativität. Darüber schreibt Frank Berzbach in seinem Buch „Kreativität aushalten. Psychologie für Designer“*: der Druck im kreativen Arbeitsleben, die Last kreativ sein zu müssen, der Dauereinsatz, Fehler beim Arbeiten u.v.m.

Vieles in dem übrigens sehr empfehlenswerten Buch betrifft nicht nur die professionellen Designer und Kreativ-Businessmanager sondern ist auch typisch bzw. hilfreich für viele non-kreativen Arbeitssituationen. Unter den verschiedenen Themen des Buches war es u.a. der Abschnitt über die Pausen oder besser die „Pausenlosigkeit“, die einiges an Nachdenken auslöste.

Kreativität hat nun mal schwer Feierabend, ist immer Dienst (wenn auch nicht immer anwesend). Wer immer im Dienst ist hat keine Pause. Kreativität muss man manchmal auch aushalten können.

Pausen sind verpönt. „Wer sich überarbeitet, der erfährt oft noch Anerkennung und Lob“ schreibt Bernbach. Wer Pausen macht läuft Gefahr als faul oder arbeitsscheu zu gelten, was nicht erst seit Frau Holle einen schlechten Beigeschmack in unserer auf höchste Dynamik angelegten Gesellschaft hat.

Aber Pausen sind notwendig, möglichst bevor ein burn-out oder eine andere Krankheit sie erzwingt. Wobei letztere den Vorteil haben dass diese „Pausen“ dann wenigstens gesellschaftlich anerkannt werden. Wer mutig ist oder trotzig genug sich dem Regelwerk entgegenzustellen schafft es auch vorher Pausen zu machen. Pausen um faul zu sein und nebenbei sich und seinen Kreativitätsschatz zu regenerieren, die Batterien wieder aufzuladen. Es braucht die Zeit auf der Wiese liegend, mit oder ohne dem obligatorischen Gänseblümchen im Mund und in den blauweißen Wolkenhimmel starrend oder ganz einfach ohne Iphone, Internet, Ipad, Computer, Notizbuch, Fotoapparat loszulaufen. Der Nase nach, einfach so.

Nichts denken, dasitzen, laufen lassen, genüßlich wartend ohne Hektik, tagträumen, vergessen, da-sein, tun ohne stress – es muss ja nicht gleich das ausschließliche Credo der Freizeitgesellschaft sein, welches Bernbach folgendermaßen charakterisiert: „auf deinem Hintern sollst du sitzen und TV anglotzen dein Leben lang.“

Wer nun doch eine gewisse Steifheit verspürt bei der langjährigen Ausübung dieser freizeitlichen Tätigkeit, für den haben wir uns eine pausentaugliche Alternative ausgedacht:

„Malvorlagen“!

Ja richtig gelesen – Malvorlagen bei Art-ï! Wir nehmens ernst mit den Pausen! Keine kreativen gestalterischen Aufgaben sondern entspanntes Zurücksinken lassen in die Sicherheit von Ausmalvorlagen.

Unsere Vorlagen stammen von dem Fund eines Malbuches aus dem Koreanischen National Museum in Seoul. Historische Bilder und Objekte gaben Anregungen für die Malvorlagen oder besser gesagt „Malanregungen“ die sich eignen um mit „Kreativität hauszuhalten“.

Das Motiv ist bereits vorgegeben, darum brauchen Sie sich nicht zu kümmern. Machen Sie es sich so einfach wie sie wollen: entweder sie malen einfach drauf los oder wenn Ihnen das zu anstrengend oder aufregend ist, nutzen Sie unser Art-ï Malrezept:

Das Art-ï Malrezept für Ausmalvorlagen

Zutaten: ausgedruckte Vorlage, 1-2 Würfel, Farben. (Pinsel, Wasser, Mischpalette je nach Farbart).

Zubereitung: Wählen sie 6 Farben aus (wenn Sie müde sind machen Sie dabei einfach die Augen zu). Geben Sie jeder Farbe eine Nummer, tippen Sie blind auf eine Stelle zum Beginnen, würfeln Sie und los geht’s. Genießen Sie die Entspanntheit NICHT kreativ sein zu müssen, sondern einfach nur ausmalen zu dürfen …

So machen Sie weiter: würfeln, Farbe nehmen, malen…
Für Mischungen nehmen Sie einfach zwei Würfel.

Wenn dieses Spiel Sie anfängt zu nerven, dann sind Ihre kreativen Batterien halbwegs wieder aufgeladen und Sie können weitermachen wie immer Sie wollen.

Fortgeschrittenen in diesem Prozess des entspannten Malens empfehlen wir auch unseren „Rotwein-Aquarell“ Kurs.

Viel Entspannung und Genuss Ihrer persönlichen Pausen!

PS.: Hier gehts zu den Malvorlagen!

 

*Das Buch „Kreativität aushalten“ von Frank Berzbach ist 2011 in der zweiten Auflage erschienen im Verlag Hermann Schmidt Mainz.

 

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… und noch ein Hutmodell

Als Nachtrag zum vorigen Beitrag hier noch ein wunderschönes koreanisches Modell eines Sonnenhutes – gleichfalls aus Papier. Ebenfalls und unverzichtbar mit großer Krempe, damit kein Sonnenstrahl die empfindliche Haut streift.

Ein weiteres Modell mit gleichem Bauplan ist mit einem Motiv von Lotusblume und -blatt gestaltet. Die Platzierung  enthält ein humoritisches Augenzwinkern: das halbrunde Band, welches nach innen geklappt als Kopfhalterung dient, kann auch als Maul eines Frosches gesehen werden, aus dem Blüte und Blatt herausragen.

Diese Modelle haben den Vorteil, dass sie sich auf ein handliches quadratisches Format falten lassen und so durchaus einige Transporte unbeschadet überstehen.

Und sollte die Sonne nicht mehr so häufig scheinen, kann man den Hut auch gut als Maske umfunktionieren.

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Sommerzeit -> Sonnenzeit -> Hut aus Papier!

Warum nicht mal einen Hut aus Papier selbst machen – mit großer Krempe zum Sonnenschutz für Augen, Gesicht und Nase? Und wenn’s regnet kann man das schöne Teil auch einfach im Raum als dekorativen Blickfang nutzen.

Die Herstellung ist ganz einfach:

Anleitung:

1. Die Art-ï Schnitt-Vorlage ausdrucken. (Hut Vorlage gesamt zum Vergrößern oder als Ausdrucke in Hut A4 zum zusammensetzen)

2. Auf dickeres Kartonpapier übertragen.

3. Rückseite bemalen, bekleben, nach Wunsch gestalten.

4. Entlang der Schnittlinien mit dem Cutter einschneiden. Ausschneiden.

5. Löcher für die Hutschnüre ausschneiden oder lochen.

6. Bänder einfädeln, aufsetzen. Fertig!

Für unser Modell haben wir Reste und Schnipsel farbiger Papiere benutzt. Diese Reste sind in ihrer zufälligen Buntheit immer zu schön zum Wegwerfen. Damit es schneller geht haben wir Sprühkleber für die großen Flächen verwendet. Die obere Schicht und einzelne nicht haftende Papiere wurden mit Klebestift fixiert.

Ganz zum Schluss gab es noch einen kritischen gestalterischen Blick und ein paar letzte bewußt eingesetzte Farbflächen zur farbigen Harmonisierung.

Einen schönen sonnigen Sommer wünscht Art-ï !

 

 

 

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0 • 1 • 1 • 2 • 3 • 5 • 8 • 13 • • • ∞

Fibonacci

Geh
nach
draußen!
Sieh dich um!
Sieh die Welt dir an!
In allen Dingen, glaube mir,
findest wieder du der Zahlen Zeichen, so auch hier…
(LeVampyr.de)

Turku  /   Unna

Turku / Unna

 

Mario Merz hat sie salon- und „kunstfähig“ gemacht: die nüchtern klare Zahlenfolge der die Fibonacci -Reihe. Zu sehen z.B. am Farbrikturm in Turku / Finnland oder am Schlot der Lindenbrauerei in Unna (Abb.).

Eins addiert sich zum anderen und ergibt das nächste.
So gebiert sich aus der Verschmelzung des Alten das Neue, immerfortwährend mit ins Unendliche wachsender Folge.

Die Fibonacci-Reihe bestimmt Proportionen, Maßzahlen von Verhältnissen zueinander. Interessanterweise ergibt sich annähernd der Goldene Schnitt jeweils aus dem Quotienten zweier aufeinanderfolgender Zahlen der Fibonacci-Reihe.

„Vollkommenheit kann mit Disproportion bestehen, Schönheit allein mit Proportion.“ (J.W.Goethe)

Die Fibonacci-Reihe also eine mathematische Definition von Schönheit? Und die obligatorische verknüpfte Frage: Definition von Kunst? Schön wärs wenns so einfach wär …
Für denjenigen der die Sache mit der Kunst mathematisch genau ergründen will, hier eine Anleitung von Robert Musil:

Es ergeben sich zwei Syllogismen:
Die Kunst blättert den Kitsch vom Leben.
Der Kitsch blättert das Leben von den Begriffen.
Und: je abstrakter die Kunst wird, desto mehr wird sie Kunst.
Je abstrakter der Kitsch wird, desto mehr wird er Kitsch.
Das sind zwei herrliche Syllogismen. Wer sie auflösen könnte!
Nach dem zweiten scheint es, daß Kitsch = Kunst ist. Nach dem ersten aber ist Kitsch = Begriff – Leben.
Kunst = Leben – Kitsch = Leben – Begriff + Leben = zwei Leben – Begriff. Nun ist aber, nach II, Leben = 3 x Kitsch und daher Kunst = 6 x Kitsch – Begriff.
Also was ist Kunst?

(Robert Musil)

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Tiger, Drache, Schildkröte und Phönix

In der koreanischen Mythologie werden Tiger, Drache, Schildkröte und der Feuervogel als Wächter angesehen, die den vier Himmelsrichtungen zugeordnet sind. Die Konstellation kommt aus dem Chinesischen und ist in ganz Ostasien gebräuchlich. Im Feng-Shui werden die Tiere in den entsprechenden Himmelsrichtungen aufgestellt um deren harmonische Kraft zu verstärken und Unglück abzuwenden.

Die Arbeit von Joon-Hee Song, Studentin am Samsung Art- und Design Institute (Sadi) in Seoul, stellt die Tiere in ihrem Charakter und ihrer Wesenheit dar mittels einer abstrakten Formensprache, basierend auf den Grundelementen von Punkt und Linie.

 

 

„The 4 guardians are mythological creatures from the Chinese constellations. They are used in whole East Asia. It is believed -also in Korea- that these creatures protect us from disasters. People believed that each direction has its own guardian, connected with a special color, season and part of the life circle.

Nowadays many Koreans believe that they are not affected from it but I think it still affects our life. So I decided to visualize these 4 guardians as abstract drawings. I wanted to show the essential of idea and character of each animal. I decided to draw it only in black and white, because its a basic and strong visual language alltogether – like the mythology of the 4 guardians.“ (Joon-Hee Song)

 

„First one is ‚Hyun-Moo‘. It means Black turtle. It symbolizes North, Winter, Water, Death, And Black. Especially color is very important to these 4 guardians. It comes from the Chinese constellations.“

Die koreanische Bezeichnung „Hyun-Moo“ bedeutet „schwarze Schildkröte“.
Sie steht für den Norden, Winter, Wasser und Tod, aber auch großen Schutz. Die Farben spielen immer eine besondere Rolle und werden symbolisch eingesetzt.

 

„Second one is ‚Chung-Ryong‘. It means Blue Dragon. It symbolizes East, Spring, Tree, Childhood and blue Color.“

„Chung-Ryong“- der Blaue Drache (ein gutmütiges Wesen) steht im Osten und symbolisiert den Aufbruch, die zeugende Kraft.
Er wird verbunden mit dem Frühjahr, der Kindheit, dem Sonnenaufgang, dem wachsenden Holz.
Der Drache ist in China das höchste spirituelle Wesen und bedeutet auch Transformation, Weisheit und Stärke. Deshalb soll nach Feng Shui der Drache immer größer sein als der Tiger.

 

„Third one is ‚Baeck-Ho‘. It means White Tiger. It symbolizes West, Fall, Gold, Old age and White.“

Der Tiger steht im Westen. Es ist ein „weißer Tiger“ – „Baeck-Ho“.
Er symbolisiert den jahreszeitlichen und menschlichen Herbst, sowie das Gold. (Wenn man in Korea im herbstlichen Sonnenlicht durch die gelbgold glänzenden Alleen von Gingko-Bäumen geht, dann liegt die Kombination von Herbst und Gold sehr nahe).
Im Feng-Shui ist das Metall als solches dem Tiger und der westlichen Himmelsrichtung zugeordnet.

 

„Final one is „Joo-jock“ – it means Red Bird. It symbolizes South, Summer, Fire, Youth and Red.“

Der „rote Vogel“, der aus dem Feuer  geborene Vogel, steht für den Süden.
Er symbolisiert Sommer, Feuer, Jugend. Mit seinen Flügeln erhebt er sich in die Luft und bleibt doch durch seine Entstehung und Wiedergeburt aus dem Feuer der Erde verbunden.

 

„Actually there is one more guardian in the Chinese constellations. It is ‚Hwang-Ryong‘, the Yellow dragon. People believe that it is in the center of the world. But It is hard to find this one in the Korean culture. In my opinion for Korean people it was not easy to use it, because the center and the yellow dragon symbolize the China emperor.“ (JoonHee Song)

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Relaxed: multifunktionaler Schaukelstuhl

Beim Stöbern in Zeitschriften haben wir diesen multifunktionalen Designstuhl von Song Sn Jong (송승용) entdeckt.

Vorgestellt wurde er auf dem zweiten Seoul Design Festival 2011.

Schwerpunkt des Festivals war Möbeldesign in dem Spannungsfeld von Nutzbarkeit und Kunst.

Thematisiert wurden u.a. auch Fragen nach der Steigerung der Lebensqualität durch Kunst und Design.

 

Der Stuhl erfüllt diesen Anspruch auf seine Weise:
als Schaukelstuhl konzipiert ermöglicht er ein entspannt-wiegendes Zurücklehnen, während gleichzeitig die Wäsche im leichten Wind trocknet.

Natürlich bietet der Aufbau Platz für eigene Imagination und Ideen zur Nutzung.

Von der Kleiderkammer, über einen Hängegarten bis zu einem schützenden Baldaching mit Löchern zum Sternekucken gibt es viele Möglichkeiten die Multifunktionalität des Stuhles zu testen.

Jedenfalls schade, dass wir ihn nur in einem Magazin gesehen haben und nicht zu den Live-testern gehörten, wie der Präsident von Korea.

Und hier noch ein paar weitere „praktische Stuhlobjekte“ von Song Sn Jong …

Oder der meditative Logenplatz – gut geeignet für Großfamilien und hektische Büroräume …

 

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Heo NanSeolHeon – „Fragrance of Dreams“

Zwischen einem See und dem Meer in einem Pinienwald gelegen, ist das Geburtshaus von Heo Nan Seol Heon in Gangneung/Korea schon in geografischer Hinsicht ein besonderer Ort. Das Schicksal der hochtalentierten und früh verstorbenen koreanischen Schriftstellerin aus dem 16. Jh. die in dem Anwesen aufwuchs, gibt dem Ort heute neben der historischen auch emotionale Bedeutung – nicht nur für Schriftsteller und Poeten.

Bereits im letzten Jahr gab es eine Ausstellung bildender Künstlerinnen zu dem jährlichen Festival anlässlich des Geburtstages von Heo NanSeolHeon – organisiert und kuratiert von Zae-Hee Kim. (siehe Blogbeitrag vom April 2011)

Auch 2012 waren Künstlerinnen aus mehreren Ländern in der Ausstellung vertreten.

Die Arbeiten sind vielfältig und umfassen Malerei, Kalligrafie, Textilarbeiten, Collage, Video und Installationen.

Die Werke der Künstlerinnen füllen die kleinen schmucklosen Räume des Hauses plötzlich mit stillem und doch so beredtem Leben.  So integrieren sich die Arbeiten ganz stillsschweigend in während des Festtages anderweitig genutzte Räume –  wie zum Beispiel die Teezeremonie vor dem Bild Nan Seol Heons.

Die beiden Frauen tragen traditionelle koreanische Kleidung – den Hanbok.

Er besteht aus einem langen Unterkleid und einem kurzen Oberteil mit langen Ärmeln, das mit einer Schleife zusammengehalten wird.

Der Hanbock bildet auch das zentrale Motiv von Kyung-Shin Lee’s Arbeit. Sie verwendet einen Hanbok in gelb – rot, die Farben des Mädchens und der jungen Frauen im Korea der früheren Jahrhunderte.

Kyung-Shin Lee bricht die Einheit des Hanboks. Sie zerreißt ihn quasi und von der Einheit des Kleidungsstückes bleibt nur das rote Band welches die beiden Teile verbindet. Ein Rot, das zwischen Kraft und Blut angesiedelt ist. Begleitet von den auf die Leinwand genähten Linien entsteht eine Sogwirkung in beide Richtungen. Die Ambivalenz der Assoziationsmöglichkeiten von Tropfen und Federn, von Verletzung und Verbindung zerreißt ähnlich wie die beiden Kleidungsstücke, von denen sich eines am Boden zusammenzukrümmen scheint, während das Gegenstück sich Flügeln gleich aufschwingt.

Die Arbeit von Soon-Young Yang lässt Blumen assoziieren. Die Objekte schwingen im Wind leicht hin- und her. Das Unterteil der Blütenblätter erinnert an die Form des koreanischen „Bottari“ – jenes Stoffbündel, das das Nötigste für eine Reise enthält, aber auch die Schwere oder Bürde des Lebens der Frauen symbolisiert.
Balancierend auf den dünnen Metallstäben entsteht eine Bewegung, zugleich ist aber auch ein Ungleichgewicht in der Schwere von oben und der Fragilität unten zu spüren, ein Unterschied von Materialität und Leere.

Jeong-Won Heo spielt ebenfalls mit dem oben und unten, wie mit der Frage nach Realität und Abbildung. Die runden Spiegelscheiben auf dem Boden spiegeln die im Baum hängenden amorphen Objekte und bringen Baum und Objekt in eine Bildform. Das Bild als Spiegel des Lebens wie die Literatur?

Eun-Sook Lee baut mit klaren Formen Objekte wie Tische und Stühle, zum Teil beleuchtet und mit Schrift versehen. In der Ausstellung als zweidimensionales Werk zu sehen.

Einen wichtigen Stellenwert bezüglich der Verbindung zu den Schriften Heo Nan Seol Heons nehmen die Kalligrafien ein, die von Künstlerinnen aus Korea, Deutschland und Marokko gefertigt wurden: Nham-Hee Völkel-Song, Katharina Pieper, Hui-Ja Yoo und Naziha Bachir Alami. Leider ist die Arbeit von Naziha Bachir Alami nicht rechtzeitig eingetroffen, so dass hier kein Bild ihrer Arbeit gezeigt werden kann.

Haja visualrave spürt in ihren Videoaufnahmen dem Wissen und Bewußtsein um die Schriftstellerin Heo NanSeolHeon in der jungen Bevölkerung von Seoul nach.

Reine Malerei bringt Gae-Suk Park in die Ausstellung ein. Ihre zarten, aquarellhaft anmutenden Bilder verweisen über Naturthemen wie Baum, Berge, Wachstum, Vögel auf die ihnen innewohnende Symbolik von Freiheit und Gebundenheit. Nicht zufällig formt sich der alte Baumstamm zu einem Bergmassiv in Form eines Herzens.

Suk-Nam Yun verwendet altes Holz und montiert daraus neue Bedeutungen. In Verbindung mit der Musik von Joung-Hee Lee ist eine sehr beeindruckende Malerei auf der Holzmontage zu sehen. Das Holz in seiner Materialität wird nicht ausgeblendet, sondern in die Malerei integriert. Der überlange Arm ist mit Perlmutt bestückt – eine Anlehnung an eine alte koreanische Handwerkskunst. Die Verbindung der beiden Frauen steht wie ein Symbol für die emotionale Verbundenheit, die sich bei den Künstlerinnen trotz der verschiedenen Jahrhunderte findet.

„Fragrance of Dreams“ ist der Titel der Bildserie von Gabriele Fecher. Die Arbeiten basieren auf der Transparenz und dem Spiel mit dem Schatten.
Aus der Originalhandschrift HeoNanSeolHeons wurden einzelne Teile entnommen und in unterschiedliche Größen umgesetzt. Chinesische Schriftzeichen wie Sehnsucht, Blumen, Erde, Leere, Schnee und Pavillon -geschrieben von Heo NanSeolHeon- bilden die Basis für neue Bildwerke.
Realistische Blumenformen verbinden sich mit Teilen der Unterschrift NanSeolHeons und werden zu einem neuen Ganzen. Oder einzelne Schriftzeichen formen Landschaften, die an asiatische Tuschzeichnungen erinnern.
„Fragrance of Dreams“ ist eine poetische Umschreibung für die Fragilität und Ungreifbarkeit von HeoNanSeolHeons Dichtkunst und den in ihren Werken beschriebenen Feen- und Elfenreichen. Ihr schriftstellerischer Wunsch aus der harten und unglücklichen Wirklichkeit ihres Ehelebens zu entfliehen, die so im Kontrast zu ihrer glücklichen Jugend in Gangneung stand?

Das alljährliche Festival in Gangneung hält die Erinnerung an Heo Nan Seol Heon und ihre Familie lebendig. Gleichzeitig fordert es auch heraus zur Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau in der koreanischen Gesellschaft heute.

Ein Aufbruch … in alle Richtungen.

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Ost und West

Etwa 10-12 Flugstunden trennen die westliche und die östliche Welt. Keine große Distanz, wenn man in Arbeitstagen und -zeiten rechnet. Welten und Kulturen wachsen zusammen. Wir essen Sushi, nutzen Samsung-Mobiles, fahren Toyota oder Hyundai, Akupunktur und TCM sind keine Fremdwörter mehr. Doch wie steht es mit unserem Verhalten und Gewohnheiten, wenn die beiden Welten aufeinandertreffen?

Messerscharf und treffend hat die chinesische Designerin Yang Liu ihre Erfahrungen von den Unterschiedlichkeiten der Kulturen in Symbolpaare gepackt.

Yang Liu ist geboren und aufgewachsen in China, seit 1990 in Deutschland und Europa lebend. Nach einem Designabschluss in Berlin, vielen Awards und internationalen Auszeichnungen unterhält sie ein eigenes Designbüro in Berlin und ist Professor an der Berliner Technischen Kunsthochschule.

In ihrem Projekt „Ost trifft West“ reduziert die Künstlerin ihre Erfahrungen der beiden Kulturkreise Ost und West auf einfache Symbole, simpel und treffend. Die plakative Gegenüberstellung erzeugt ein imaginäres Vergleichen, Erkennen, sich Wiederfinden in Erfahrung und (Vor-)Urteilen und  des öfteren auch Schmunzeln. Schmunzeln Sie mit …

Blau steht für westliche und rot für östliche Kultur. Aber das erschließt sich nahezu von selbst …

1. Meinung

 

2. Lebensstil

 

3. Pünktlichkeit

 

4. Kontakte

 

5. Ärger

 

6. Warteschlange

 

7. Ich

 

8. Sonntag auf der Straße

 

9. Party

 

10. Restaurant

 

11. Bei Bauchschmerzen

 

12. Reisen

 

13. Schönheitsideal

 

14. Umgang mit Problemen

 

15. Drei Mahlzeiten

 

16. Transport

 

17. Senioren im Alltag

 

18. Duschzeiten

 

19. Laune und Wetter

 

20. Chef

 

21. Im Trend

 

22. Wahrnehmung von anderen

 

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Adobe Eazel: Aquarell im Computer?

Wir haben uns mal unter den Malprogrammen für das iPad umgeschaut und verschiedenes ausprobiert.
Aufgefallen ist uns dabei das Adobe Eazel Programm. Durch die Möglichkeit der computersimlierten Einbeziehung von Wasser und dessen Verlaufs- bzw. Fließeigenschaften hat das Programm eine besondere Faszination. Es werden auch Trocknungszeit und -ränder einbezogen.

 

Die Bedienung kann über zwei Modi erfolgen: eine feststehende übliche Menue-Variante, die mit dem Auflegen der Finger angezeigt wird und auf dem Bildschirm fixiert ist. Daraus lassen sich die Menuepunkte einzeln anwählen: Farbe, Größe, Deckkraft und Einstellungen. Zusätzlich gibt es noch die Funktionen des Löschens und Wiederherstellens einzelner Arbeitsgänge.

 

Neu -und nach einer kurzen Eingewöhnung sehr komfortabel-  ist die zweite Bedienform. Sie erfolgt ebenfalls über das Auflegen der 5 Finger und sofortigem Auswählen des gewünschten Menuepunktes mit dem entsprechenden Finger. Die Bedienweise ist leicht und schnell zu be-greifen. Das Arbeiten mit dieser Bedienungsart ist angenehm, weil es schneller geht als separate Funktionstasten. Auch steht damit die ganze Fläche uneingeschränkt für das Bild zur Verfügung.

 

Das Verlaufen der nassen Farben kann schöne Effekte erzielen, ist allerdings im Vergleich zum realen Wasserverhalten sehr eingeschränkt standardisiert.
Schön wäre es z.B. wenn man durch das Drehen und Bewegen des iPads die Laufrichtung des Wassers noch steuern könnte.

Verbesserungsfähig für uns wäre auch das Pinselverhalten. Das gilt für die -wenn einmal gewählt- im Strich gleichbleibende Pinselbreite aber besonders für die halbrunde Form beim An- und Absetzen. Diese runde Kontur ist unorganisch in bezug auf die Wassersimulation und im Bild oft schwer integrierbar. Dies erwies sich für uns beim Testen als größter Minuspunkt.

 

Trotzdem ist es spannend mit Eazel zu experimentieren, weil es neue Möglichkeiten eröffnet. Als „Material-Praktiker“ war ich sehr positiv von der Leuchtkraft der einzelnen Farbe angetan, die auch nach mehreren Schichten unterschiedlicher Farbtöne noch vorhanden ist. Eine solche Schichtenmalerei endet mit „richtigen“ Aquarellfarben (besonders wenn man nicht die Geduld aufbringt den Trocknungsprozess abzuwarten) oft in einem pampig-dunklen Graugrünbraungemisch.

So ist es im Eazel-Programm möglich, dass dunkle Partien mit helleren Farben transparent „übermalt“ werden können. Dies eröffnet gegenüber dem traditionellen Aquarell neue Möglichkeiten und erhöht die Flexibiltät im transparenten Malprozess.

Hier das Video vom Ausprobieren des EazelProgramms.

Aber auch wenn es Spaß macht mit dem iPad zu malen – an die Realität der Farbnuancen, des körnigen Aquarellpapiers, der individuellen Steuerung des Wassers und der Lebendigkeit des Wassers in Verbindung mit den Pigmenten kommt das computerbasierte Malen (noch) nicht ran.

Wer sich mehr für das traditionelle Aquarellmalen interessiert, dem sei hier die Arti-DVD zum Aquarellmalen der Künstlerin Brigitte Heintze empfohlen.

In dem Film erläutert die Künstlerin ihre Umsetzung eines floralen Stillebens in eine Aquarellkomposition.

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