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Fibonacci

Geh
nach
draußen!
Sieh dich um!
Sieh die Welt dir an!
In allen Dingen, glaube mir,
findest wieder du der Zahlen Zeichen, so auch hier…
(LeVampyr.de)

Turku  /   Unna

Turku / Unna

 

Mario Merz hat sie salon- und „kunstfähig“ gemacht: die nüchtern klare Zahlenfolge der die Fibonacci -Reihe. Zu sehen z.B. am Farbrikturm in Turku / Finnland oder am Schlot der Lindenbrauerei in Unna (Abb.).

Eins addiert sich zum anderen und ergibt das nächste.
So gebiert sich aus der Verschmelzung des Alten das Neue, immerfortwährend mit ins Unendliche wachsender Folge.

Die Fibonacci-Reihe bestimmt Proportionen, Maßzahlen von Verhältnissen zueinander. Interessanterweise ergibt sich annähernd der Goldene Schnitt jeweils aus dem Quotienten zweier aufeinanderfolgender Zahlen der Fibonacci-Reihe.

„Vollkommenheit kann mit Disproportion bestehen, Schönheit allein mit Proportion.“ (J.W.Goethe)

Die Fibonacci-Reihe also eine mathematische Definition von Schönheit? Und die obligatorische verknüpfte Frage: Definition von Kunst? Schön wärs wenns so einfach wär …
Für denjenigen der die Sache mit der Kunst mathematisch genau ergründen will, hier eine Anleitung von Robert Musil:

Es ergeben sich zwei Syllogismen:
Die Kunst blättert den Kitsch vom Leben.
Der Kitsch blättert das Leben von den Begriffen.
Und: je abstrakter die Kunst wird, desto mehr wird sie Kunst.
Je abstrakter der Kitsch wird, desto mehr wird er Kitsch.
Das sind zwei herrliche Syllogismen. Wer sie auflösen könnte!
Nach dem zweiten scheint es, daß Kitsch = Kunst ist. Nach dem ersten aber ist Kitsch = Begriff – Leben.
Kunst = Leben – Kitsch = Leben – Begriff + Leben = zwei Leben – Begriff. Nun ist aber, nach II, Leben = 3 x Kitsch und daher Kunst = 6 x Kitsch – Begriff.
Also was ist Kunst?

(Robert Musil)

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