Semantische Intuition

… ist eine Kreativitätstechnik um Ideen zu generieren. Sie basiert auf der Kombination von (meist zwei) verschiedenen Wortlisten. Die Wortlisten orientieren sich in der Regel an dem zu erschließenden Thema oder Problem. Jeweils ein Wort von jeder Liste wird zufällig miteinander verbunden. Der neue Begriff ist Ausgangspunkt für eine intuitive Assoziation und erhält eine Bedeutung (Semantik).
(Bei mehr als zwei Listen entstehen manchmal wunderbare Nonsens-Begriffe, die sehr anregend für freischweifende Assoziationen sein können, allerdings weniger sachorientierte Ergebnisse erzielen.)

Im weiteren Verlauf können die Ideen wiederum von anderen Gruppenmitgliedern kommentiert werden. So können neue Interpretationen eines unbekannten Begriffs zu einem Ideenpool werden.

Die Technik wurde von Helmut Schlicksupp in den 70er Jahren am Battelle-Institut in Frankfurt entwickelt.

Die Semantische Intuitionstechnik wurde von Studenten der Universität Magdeburg internettauglich gemacht. Sie entwickelten die Software SNIG (Semantiv Networkes Idea Generator): einfach in der Anwendung und für Gruppen geeignet. Aber auch zum spielerischen Ideenfinden für eine Einzelperson intererssant zum Ausprobieren.

 

Mehr zur Methode …

 

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Was ist Ihre Lieblingsfarbe?

Sie haben die Wahl – hier ein paar Anregungen:
Satt Koralle, Frisch Melone, Grün Biskaya, Medium french Blue, Opulent Kobalt, Blauer Bach, Vintage Malve, Graureiher meliert, Elfenbein Melrose Blütenbild, Frisches Salbeigrün, Blauer Blütengarten, Wacholder Floral, Umgehungsstraßengrau ….

Die phanatsievollen Beschreibungen entstammen einem amüsanten Streifzug durch die florierende Welt neuer Farbbezeichnungen in Mode und Marketing von Axel Hacke. Erschienen im Magazin der Süddeutschen Zeitung vom August 2016. Der farbenoptimistische Titel lautet: „Die Zukunft ist farbenblind“.

Hackes (Titel) Antwort lautet übrigens:

Steinkraut Gelb Avocado gestreift.

 

 

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Bunt mit Stil

Bunte Farben aus der Palette des Spektrums sind frisch, lebendig, kraftvoll. Planlos nebeneinander aber können sie leicht konkurrieren, sich lautstark gegenseitig übertönen und ins Kunterbunte abgleiten.

color-aid.ganz

 

Hier ein paar Tipps wie man es bunt treiben und trotzdem Stil bewahren kann.

  1. Abstufungen erstellen
    Die Buntfarben Rot, Blau, Gelb, Grün, Violett, Orange in feinen Variationen abstufen – nach hell, dunkel, sättigungsreduziert, gemischt. Damit erhält man Farbfamilien die durch die verschiedenen Nuancierungen für das Auge interessant sind. Langeweile wird vermieden, das Auge bleibt ständig in Bewegung.

    Variationen der Farben Violett, Grün, Blau

    Variationen der Farben Violett, Grün, Blau


  2. Gruppen zusammenfassen
    Durch Ähnlichkeiten in Farbton, Sättigung oder Helligkeit kann man einzelne Elemente in Bereiche optisch zusammenfassen. Dadurch entsteht die Möglichkeit einer Strukturierung der gesamten Fläche.  (Siehe auch Beispiel Abstufungen)

    Möglichkeiten für optische Gruppierungen

    Möglichkeiten für optische Gruppierungen

  3. Verbindungen schaffen
    „Gleich und gleich gesellt sich gern.“ Gleiches verbindet. Mit verwandten Objekten bzw. Farbtönen lassen sich im Bild Verbindungen herstellen. In unserem Beispiel verbinden zwei Diagonalen mit Blau- und Rottönen die gegenüberliegenden Eckpunkte.

    Diagonalen in blau und rot

    Diagonalen in blau und rot

  4. Akzente setzen
    Als Gegenpol zu den Ähnlichkeiten und verbindenden Elementen in einer Gestaltung bedarf es der Kontraste. Dazu eignen sich Akzente, die unterschiedlich in Farbton und Menge einen Kontrast bilden und Spannung erzeugen. Das gilt für Farben wie für Hell-Dunkel gleichermaßen. Akzente sollten gleichmäßig über das Bild verteilt sein.

    Rotakzente

    Rotakzente

  5. Akzente dunkel - Verteilung im Bild

    Akzente dunkel – Verteilung im Bild

    Akzente hell - Verteilung im Bild

    Akzente hell – Verteilung im Bild

    Komplementärkontraste einbinden
    Um die Leuchtkraft zu verstärken und den Buntheitscharakter zu verstärken kann man die Farben komplementär kombinieren: Rot neben Grün wirkt intensiver, das Grün frischer; Gelb neben Violett beginnt zu leuchten und Orange gibt dem Blau einen Aktivitätsschub.

    Komplementäre Farbpartien

    Komplementäre Farbpartien

 

Die vorgestellten Tipps lassen sich auch auf andere Farbgestaltungen anwenden. Prinzipiell geht es immer um das Spiel von Verbindung und Kontrast. Je nach Aufgabenstellung wird der eine oder andere Pol die Hauptrolle übernehmen.

Und zur Antwort auf die immer wiederkehrende Frage ob man Farbe „konstruieren“ soll oder direkt aus dem Bauch heraus schaffen soll: wenn es aus dem Bauch heraus klappt – wunderbar, immer weiter so. Wenn die Gestaltung aber nicht zufriedenstellend verläuft dann ist es hilfreich ein paar Tipps zu berücksichtigen.

color-aid.ganz

 

PS.: Ausgangspunkt für die Farbkombination war die Gestaltung eines T-Shirts mit Color-aid Farbpapieren als Werbung für die erstellte Jimdo-Webseite: www.color-aid.de

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eBook erstellen und viele Fragezeichen ???

Der Autor Manfred Lohr bringt Struktur in die Welt von Kindle, Samsung, Asus, iBook, Bluefire, Kobo und Co. Eine einfache und übersichtliche Darstellung über verschiedene Möglichkeiten von eBook Readern, Programmen zur Erstellung, Voraussetzungen etc.:

Erstellen interaktiver eBooks am Mac und iPad

 

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upcycling for colorful atmosphere: Einweg Plastikflaschen als Farbstimmung

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How to do: Farbflaschen gut säubern. Mit farbiger Holzbeize füllen. Hält jahrelang ohne auszuflocken. ;)

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Josef Albers und Color-aid

Als Josef Albers 1920 ans Bauhaus in Weimar kam hatte er schon einen Abschluss als Kunstlehrer in der Tasche. In seiner Biografie häufen sich prominente Orte und Namen: Königliche Kunstschule Berlin, Folkwangschule Essen (wo er als Lehrer arbeitet), Königliche Kunstakademie München bei keinen geringeren Lehrern als dem Malerfürsten Franz von Stuck und dem Papst der Malmaterialien Max Doerner. Als er eine Werbung für das Bauhaus sieht zieht Albers nach Weimar und beginnt von vorn: im Grundkurs von Johannes Itten, dem Autor von „Kunst der Farbe“. Ein Buchklassiker zur Farbe, der Generationen von Kunstschülern prägte und seit 1961 mehr als 500 oo mal in verschiedenen Übersetzungen verbreitet wurde.

Farbe hatte und hat in Weimar eine besondere Tradition. Goethes Farbenlehre, von Rudolf Steiner am gleichen Ort 100 Jahre später neu interpretiert, hatte großen Einfluss auf die Maler, auch am Bauhaus. Kandinsky und Klee finden sich in den Besucherbüchern des Goethe Nationalmuseums. Auch Ittens Farblehre basiert, über seinen Lehrer Adolf Hölzel, auf Goethe. Itten entwickelt eine Struktur von sieben Kontrasten. Albers setzt sich -nach seiner Auswanderung aufgrund der Schließung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten- besonders mit einem dieser Aspekte auseinander: dem Simultankontrast. In seiner Serie „Hommage to the Square“ beginnt er ab 1949 die Farbe in ihrer gegenseitigen Beeinflussung zu untersuchen. Seine Studien münden in einem Farb-Klassiker:  „Interaction of Color“.

Und hier kommt Color-aid ins Spiel.

Color-aid wurde 1948  ursprünglich für die Anwendung in der Fotografie entwickelt (daher die matte unreflektierende Oberfläche). Albers ersetzte mit diesen Farbpapieren in seinem Unterricht einen Großteil des Mischen. In seinem Buch „Interaction of Color“ beschreibt er die Gründe, warum er die farbige Papiere gegenüber Malfarben im Unterricht bevorzugt.
(Nachfolgend freie Übersetzungen durch die Blog-Autorin)

„1. Farbpapiere ersetzen das Farbmischen, welches oftmals schwierig, zeitaufwändig und ermüdend ist.“
(e.A.: in meinen Seminaren nutze ich diese Situation als Positivum: erst die Farbwahl anhand von Farbpapieren und darauf aufbauend das Mischen. Dieses Vorgehen birgt eine Sinnhaftigkeit, die motivierend wirkt.) Motivation ist auch das Thema des zweiten Punktes das Albers anführt:

„2. Indem wir den Studierenden nicht dem entmutigendem Prozess des  Mischens und Treffens eines bestimmten Farbtons aussetzen, sparen wir nicht nur Material und Zeit – wir erzielen mehr und Wichtigeres: fortdauerndes Interesse .“
(e.A.: meine Erfahrung lehrte mich, dass durch den Einsatz von breit aufgestellten Farbpapieren der hohe Subjektivitätsfaktor der Farbe eine Befriedigung findet und von diesem Ort aus eine Auseinandersetzung mit Mischungsanforderungen leichter zu bewerkstelligen ist.)

„3. Farbpapiere ermöglichen eine exakte Wiederholung eines Farbtons ohne irgendwelche Änderungen in Oberfläche, Struktur oder Tonwertänderung.“(e.A.: für das von Albers angestrebte Ziel Wirkung und gegenseitige Beeinflussung der Farben zu untersuchen ist dies absolut notwendig und nachvollziehbar. Für gestalterische Übungen wie z.B. Collagen wäre es allerdings wünschenswert, wenn Farbpapiere in breiter Palette auch kostengünstig verfügbar wären. Leider ist dies durch den entsprechenden Aufwand an Druckkkosten nicht realisierbar. Color-aid war und ist für mich immer noch das beste und billigste Tool in diesem Anliegen.)

„4. Die Arbeit mit Farbpapieren reduziert das benötigte Material:  Kleber und Cutter sind ausreichend.  Malmaterialien werden nicht mehr benötigt, dadurch wird der Prozess einfacher, billiger, geordneter.“
(e.A.: Exakt! Wer schon einmal an verschiedenen Orten Farbseminare durchgeführt hat weiß es zu schätzen, dass man keinen Teppich abdecken muss und trotzdem mit einer reichhaltigen Farbpalette arbeiten kann.) Ein weiterer Grund für Albers für seine Bevorzugung von Farbpapieren betrifft die Oberflächenstruktur.

„5. Farbpapiere bewahren uns vor unerwünschten und ungeplanten Auswirkungen von Texturen wie sie durch ungeübte und ungeplante Ausführungen beim Handauftrag von Farbe auf Papier entstehen können.“(e.A.: diese Schwierigkeit wird leider immer massiver. Durch die immer mehr schwindenden handwerklichen Grundlagen wirkt sich dieser Faktor sehr nachteilig auf die Erstellung eines eigenen Farbpapiermustersets aus.)

Albers führt noch einen letzten, jedoch nicht explizit nummerierten Grund für den Einsatz von Farbpapieren anstelle von eigenene Mischungen an. Ein Aspekt der für mich wesentlich wurde:

„6. Um unsere Probleme zu lösen wir müssen die richtige Farbe finden um den erwünschten Effekt zu demonstrieren. Wir können aus einer großen Palette von Farben die vor uns liegt auswählen und benachbarte und kontrastierende Farben permanent vergleichen.“

Die Unabhängigkeit von der handwerklichen Umsetzung war ein zentrales Moment für Albers für seine Bevorzugung von Farbpapieren anstelle von selbst erstellten Farbmischungen im Unterricht. Die Fähigkeit zu differenziertem Mischen ist hilfreich aber nicht zwingend Voraussetzung für die Fähigkeit Farbe differenziert einzusetzen. Grund genug um Color-aid nach Deutschland zu bringen um Farbpapiere in einer breiten Auswahl anzubieten, die erschwinglich und für den Unterricht verwendbar sind. So schließt sich der Kreis von Bauhaus, Albers, USA, Color-aid und Weimar.

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Color-aid ist in 4 verschiedenen Größen erhältlich.

Bei Art-ï oder hier bestellen.

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Balance

BALANCE as a principle in design.
Another result of a one day work: made by students of the Cairo University / Faculty of Engineering-Architecture at the end of the Bauhaus Summercourse „Design Elements and Principles“ in 2015.
Authors: Ayman Elnahas, Amir Mohammed, Heba Salah, Samuel Maurice

Some Video-Stillifes:

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BALANCE-Video
(please klick on the picture to start)
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b.a.u.h.a.u.s.

Ein weiterer Beitrag aus dem Bauhaus Summerschool Course „Design Principles“ 2015. Typo aus Objekten und techniken des Workshops.
Autoren: Marie Morcos, Mirette Mounir und Caroline Aziz – Architekturstudentinnen an der Universität Kairo.

(Zum Start des Videos auf das Bild klicken)
YouTube Preview Image

 

 

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Less is More

Am Ende des zweiwöchigen Summercourses „Design Elements and Principles“ entstanden innerhalb von nur eineinhalb Tagen verschiedene Arbeiten zum Thema „less is more“ oder „the vision of light“.
Ort: Bauhaus Summerschool 2015
Teilnehmer: Studentengruppe der Cairo University / Faculty of Engineering-Architecture.

BAUHAUS CHAIR
Autoren: Salma Atef, Nouran Al-Moataz, Fhamy Wael

Ausgangspunkt der Gruppe war die Linie. Der Prozess des „less is more“ nahm seinen Ausgangpunkt in einer im Kurs entstandenen Arbeit zum Thema „directions“ und „crossingpoints“ als Charakteristikum der Linie. Aus den Hauptrichtungen des Bildes wurde die Form eines Stuhls entwickelt, die schrittweise immer weiter in Richtung Grundformen vereinfacht wurde. Die Gestaltung des Schwarz-Weiß greift auf die ursprüngliche Komposition zurück und orientiert sich an einer asymmetrischen Proportionsverteilung. Der Einsatz der schmalen Linien entstand aus dem Prinzip des Kontrastes. Von der Seite gesehen ergibt sich eine 2-dimensionale Komposition aus starken und schwachen, sowie schwarzen und weißen Linien. Dies macht das doppelte Anliegen der Gruppe deutlich: Funktion und Komposition in einem Objekt zu verbinden.

BAUHAUS-CHAIR.Summerschool-2015

 

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